| Webdesign
bedeutet mehr, als eine Textdatei in HTML umzuwandeln, mehr als einen Homepage-Wizard
zu bedienen und auch mehr als Text in ein vorgefertigtes Standardlayout
zu pressen. Eine Site im Internet ist kein Buch, Photoalbum oder Werbeprospekt:
Der Betrachter muß sich technischer Hilfsmittel bedienen um eine Website
sehen zu können. Deshalb müssen Stil und Technik Hand in Hand
gehen. Gutes Webdesign bewegt sich zwischen folgenden Eckpunkten:
Die
Aufmachung einer Site orientiert sich selbstverständlich an
deren Inhalt und der Zielgruppe. Bei kommerziellen Seiten ist auf die
Corporate Identity zu achten.
Ohne
großen zusätzlichen technischen Aufwand - das heißt
ohne die vorherige Installation eines besonderen Browsers oder diverser
Plug-Ins - sollte ein möglichst großes Publikum die Site betrachten
können. Exotische HTML-Tags, die nur ein bestimmter Browsertyp versteht,
sind deshalb ebenso zu meiden wie Effekte, die nur wirksam werden, wenn
man zuvor eine langwierige Download- und Installationsprozedur über
sich ergehen ließ. Der derzeit am weitesten verbreitete Browser
(mit ca. 50%) ist der Netscape Navigator in seinen verschiedenen Versionen
(seit Version 4 heißt er "Communicator"), gefolgt vom
Microsoft Internet Explorer (mit wachsender Tendenz). Inzwischen geht
es in die nächste Update-Runde: Die Browser der 5. Generation sind
zum Download bereit, die 6. Generation steht ins Haus.
Die
Wartezeit bis eine Site geladen ist sollte so kurz wie möglich
gehalten werden. Kaum ein Betrachter ist bereit fünf Minuten oder
mehr zu warten, bis endlich die letzte Grafik auf dem Bildschirm erscheint.
Deshalb
sollte man folgendes beachten:
- Sehr
lange Texte sollte man auf mehrere Seiten verteilen.
- Die
Anzahl verschiedener Bilder pro Seite sollte man so klein wie
möglich halten: Für jedes auch noch so kleine Einzelbild muß
der Browser zum Server erneut Kontakt aufnehmen.
Das
Dateiformat und die Dateigröße kann optimiert werden:
Das GIF-Format eignet sich hauptsächlich für flächige
Bilder mit grafischem Charakter und wenigen Farben sowie Bilder mit
transparenten Bereichen oder Animationen. Das JPEG-Format eignet sich
hauptsächlich für größere Bilder (Fotos) mit vielen
verschiedenen Farben. Bei beiden Bildformaten kann man durch technische
Tricks (Reduzierung
der Farbpalette bzw. stärkere Kompression) die Ladezeit wesentlich
reduzieren, wenn man kaum merkliche Qualitätseinbußen in
Kauf nimmt.
- Nur
in Einzelfällen ist es akzeptabel, wenn größere Textelemente
aus rein optischen Gründen als Bild dargestellt werden.
Für
die WebSite gelten andere Gesetze als für Printmedien. Nicht
alles was in Printmedien möglich und sinnvoll ist, kann eins zu eins
auf einer Website wiedergegeben werden.
Durch die Interaktivität und die multimedialen Möglichkeiten
in Verbindung mit großer Reichweite zu einem niedrigen Preis eröffnet
eine Website aber Bereiche, die den Printmedien aber auch den Push-Medien
wie Rundfunk und Fernsehen verschlossen bleiben. Man darf jedoch auch
im Bezug auf multimediale Gestaltung nicht zu viel des Guten tun, denn
nicht jeder Besucher einer Site besitzt einen PC mit Soundkarte, schneller
3D-Grafikkarte und 17 Zoll Monitor. Der 14-Zöller mit einer Auflösung
von 640*480 und 256 Farben ist noch nicht ausgestorben. So manch einer
surft sogar mit einem textorientierten Browser durch das Internet.
Auch unter diesen Gesichtspunkten sollte die Aufmachung eine Site betrachtet
werden.
Wenn
Sie bis hierher gelesen haben, haben Sie schon einiges an Ausdauer
bewiesen. Das freut uns, denn eine der wichtigsten Regeln ist: Man darf
den Besucher einer WebSite nicht langweilen. In der Regel muß fast
jeder Besucher Ihrer WebSite dafür bezahlen, dass er sich Ihr Angebot
ansehen kann - an seinen Provider und an die Telekom. Sobald den Besucher
das Interesse an Ihrem Angebot verläßt, wird er umgehend auch
Ihre WebSite verlassen.
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